Alltag:
A-A zu Gold.
Schon seit 2010 geistert es durch die Medien: Es gibt mittlerweile eine Lowtech-Toilette für Drittwelt-Slums und Globetrotter – PeePoo (englisch für „Pipikacka“)! Eine Klotüte, die durch Harnstoff und raffinierte Beschichtung Exkremente unschädlich macht und innerhalb weniger Wochen in wertvollen Dünger verwandelt. Sogar die Tüte löst sich nach wenigen Monaten rückstandsfrei auf. Erstaunlich nur, dass man sie immer noch nicht käuflich erwerben kann (angeblich wird sie grade in Nairobi getestet). Deshalb der Tipp an Eltern mit Kleinkindern: Gründet Initiativen zur sofortigen Markteinführung in Deutschland! Die unteren Ecken der Tüte abschneiden, Beine vom kleinen Scheißerchen rein und fertig ist die erste echte Bio-Windel. Ihr glaubt gar nicht, wie schön die Geranien auf dem Balkon dann gedeihen…
Allein auf der Insel.
Wenn Briefkasten und Hausflur vom Werbemüll überquellen – und der Briefträger mal wieder mit Bandscheibenvorfall ausfällt: Ein wenig Linderung der Papierflut ist möglich! Neben dem obligatorischen Briefkastenaufkleber kann man z.B. mit allen Bewohnern des Hauses abschnacken, einen Aufkleber an der Tür anzubringen, dass in diesem Haus keine Werbesendungen erwünscht sind. Da muss sich zumindest die Post dran halten (wer Pizza-Bringdienst und  Asia-Imbiss-Flyer verteilt, ist leider offensichtlich Analphabet oder des Deutschen nicht mächtig). Für alle, die im Treppenhaus nicht mal wissen, ob die entgegenkommende Person ein Hausbewohner, Einbrecher oder der GEZ-Mitarbeiter ist, gibt es die www.robinsonliste.de. Da kann man sich eintragen – in der Hoffnung, dass die Tonnen von Werbeschrott von Firmen stammen, mit denen die Robinsonliste zusammenarbeitet. Und, falls nicht, kann man sich trösten: Robinson hat ja auch ab und an Kannibalenbesuch auf seiner Insel bekommen…
Auf zu neuen Räumen – oder doch aufräumen?
Michael Ende hat es 1960 schon vorweg genommen: Als Lummerland zu klein wurde, fanden Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer eine schwimmende Insel, die als Neu-Lummerland eingemeindet wurde. Dem eifert die Menschheit heute nach: Sechs große Müllinseln auf den Weltmeeren laden dazu ein, in naher Zukunft von unternehmungslustigen Pionieren besiedelt zu werden. Dass es sich dabei um zukunftssicheres Bauland handelt, ist bewiesen – Windeln oder Plastikflasche brauchen beispielsweise 450 Jahre, bis sie verrotten. Wer die Sache  unterstützen will, schmeißt also entweder seinen Müll in den nächsten Kanal – oder freut sich darüber, wenn der Wind das Zeug hineinweht. Alle anderen können ja mal recherchieren, ob es in ihrem Ort eine Frühjahrsputz-Aktion wie „Hamburg räumt auf“ (www.hamburg-raeumt-auf.de) gibt – und sich dort als Spielverderber dieses neuen Immobilienbooms anmelden…
Die Wahl der Qual:
Schon mitgekriegt? Wir haben am Sonntag, den 24.9.2017 die Möglichkeit, uns zwischen Mutti und Maddin als Bundeskrampfler/in zu entscheiden. Aber wenn man das TV-Duett gesehen hat, bleibt zu fürchten: Was eine wirklich zukunftsorientierte Politik angeht, ist das ein bisschen so, als hätte man beim Fernsehprogramm nur die Wahl zwischen Dieter Bohlen und Oliver Pocher… Also daheim bleiben und dem Angebot für Deppen das Feld überlassen? Quatsch! Das ist unsere Chance, einfach mal die Partei anzukreuzen, deren umgesetztes Programm auch unseren Enkel und Kinder ein gutes Leben verspricht (und nicht nur uns eine Besitzstandswahrung). Gibt es die? Frag den Wahl-O-Mat (www.bpb.de/politik/wahlen/wahl-o-mat)! Aber mach mich nicht verantwortlich, wenn dann eine Koaliton aus V-Partei (Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer), Partei Menschliche Welt (für das Wohl und Glücklich-Sein aller), Die Violetten (für spirituelle Politik) und Die Urbane (Die HipHop Partei) entsteht…
Dusche musikalisch.
Ewig langes Duschen verbraucht natürlich nicht nur Wasser, sondern auch jede Menge Energie, mit der das Wasser erwärmt werden muss. Dabei ist natürlich klar: Sauberer als sauber geht nicht. Der Tipp für alle Langzeit-Warmduscher, die vor lauter Wohlgefühl gar nicht merken, dass sie schon wieder ganz schrumpelig sind: Einfach beim Duschen ein Liedchen singen. Und wenn das vorbei ist, Wasser aus (die Schlaumeier entscheiden sich vermutlich für „Stairway to Heaven“ – mit Intro, allen Strophen und den kompletten Gitarrensoli…)!
Hol dir Alf ins Haus.
Weltweit werden 1,4 bis 3,7 Milliarden Vögel und andere Kleintiere von Hauskatzen getötet, zerrupft, als Spielzeug missbraucht und danach als kleines Dankeschön für all das leckere Whiskas in den Hausschuhen, auf den Fußmatten oder im Bett der Herrchen und Frauchen deponiert. Es würde natürlich hierzulande schon helfen, den 8 Millionen deutschen Miezen einfach ein Glöckchen um den Hals zu hängen, bevor sie nach draußen dürfen. Oder Mimi, Kitty, Lucky und Minky von Mitte Mai bis Mitte Juli in den Morgenstunden im Haus zu behalten. Da bekommen die jungen Piepmätze nämlich Flugunterricht. Besonders verantwortungsvolle Haustierhalter legen sich jedoch einen knuffigen Außerirdischen vom Planeten Melmac zu. Damit wäre das Problem herumstreunender Katzen auch sehr schnell Vergangenheit…
Im Kern ist es klar: Imkern
Was ist weiß und fliegt über die Wiese? Die Biene Majo… Wenn sie nicht grad durch Monokulturen, Insektizide und Varoa-Milben so geschwächt ist, dass sie mit Willi im Sanatorium hockt. 1913 gab es hierzulande noch 2,3 Millionen Bienenvölker, 2012 nur noch 622.000. Darum: Imkern! Unter www.bienenbox.de kann man sich eine Bienenbox für den Balkon bestellen. Und den passenden Imkerkurs gleich dazu. Aber Vorsicht, da lernt man Sachen, die man vielleicht gar nicht wissen will. Z.B., dass Bienen nur 6-8 Wochen leben. Ein echtes Trauma für alle, die noch heimlich in Biene-Maja-Bettwäsche schlafen…
Kippen-Müll auf Müll-Kippen.
Zigarettenfilter bestehen aus Celluloseacetat-Flocken, die mit Triacetin verklebt sind. Es dauert ca. 10 – 15 Jahre, ehe die sich zersetzen. Herumliegende Kippen vergiften Wasser, Vögel, Meerestiere und, dank fröhlich auf dem Spielplatz quarzender Eltern, auch kleine Kinder. Yummy, sehen aber auch wirklich lecker nach Pommes-Stückchen aus… Doch die gute Nachricht: Wer trotzdem nicht von alten Wegwerf-Gewohnheiten lassen will, kann sein Gewissen immerhin damit beruhigen, dass Vögel in Mexiko-Stadt schon dabei beobachtet wurden, wie sie Zigarettenstummel für den Nestbau nutzen – weil das Nikotin Milben und andere Parasiten vertreibt. Außerdem hat die Firma Green Butts (www.green-butts.com) jetzt einen Filter erfunden, der aus Flachs, Hanf und Baumwolle besteht und durch einen Stärke-Kleber zusammengehalten wird. Als Clou enthält er sogar keimfähige Samen! Gerade in Bezug auf Hanf klingt das sehr interessant…
Nimm es locker.
Schätzungen von Umweltexperten zufolge könnten bis zum Jahre 2050 ungefähr 200 Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen werden. Dagegen erscheinen unsere heutigen Migrationsprobleme ja als Pimperlitzchen. Liebe Wut- und Pegida-Bürger: Lehnt euch einfach entspannt zurück – und seid dankbar für jeden Syrer, Afghanen und Iraker, der zu uns kommt. Die Feuerwehr lernt ja auch nicht erst löschen, wenn die Hütte wirklich brennt…
Wenn schon Hund, dann Chihuahua.
Bei der Herstellung von Hundefutter entsteht, wie bei jeder Fleischproduktion, jede Menge CO2. Ein Cockerspaniel hat dadurch die jährliche CO2-Bilanz von zwei Geländewagen (ein Bernhardiner vermutlich die von einem Airbus A 380). Es wird gemunkelt, die schwarz-gelbe Koalition wolle, um irgendwie ihre selbstgesteckten Klimaziele zu erreichen, demnächst alle Hunde zu Katzenfutter verarbeitet lassen – dann die Katzen zu Lachsfutter – den Lachs zu Menschenfutter –  und dann…
Werde Künstler.
Die wahren Helden der Ökologie, also die Menschen in unserer Gesellschaft, die am wenigsten Ressourcen verbrauchen – sind arme, alleinstehende Rentner.
Züchte Nashörner.
Auf dem Schwarzmarkt kostet ein Kilo Nashorn-Horn mehr als Gold: 80.000 Dollar! Weil 1,5 Milliarden Chinesen und Vietnamesen darin ein Wundermittel zur Potenzsteigerung und Heilung von Krebs sehen. Das vietnamesische Nashorn wurde 2010 ausgerottet, das Afrikanische wird in absehbarer Zeit folgen, wenn wir nichts tun. Einzige Lösung: Wir fluten den Markt! Jeder von uns stellt sich ein Rhinozeros auf den Balkon. Da kann regelmäßig Horn geerntet werden. Sammelt auch eure abgeschnittenen Fuß- und Zehennägel. Damit lässt sich das Pulver gewinnbringend strecken. Ist nämlich genau das gleiche Material.

Energie:
Ersetze alle Glühbirnen in der Wohnung durch Energiesparlampen.
Wahr ist, dass man innerhalb von zehn Jahren rund 930 Euro spart, wenn man zehn 60-Watt-Lampen durch 11-Watt-Energiesparlampen ersetzt. Es ist allerdings ein Gerücht, man könne sich die quecksilberhaltigen Energiesparlampen auch in den Hintern stecken und damit Fieber messen.
Ersetze alle Glühbirnen in der Wohnung durch Neonröhren.
Die halten mindestens 10.000 Betriebsstunden und verbrauchen 75% weniger Strom. Mit etwas Geschick könnt ihr danach ein paar von den Zimmern an den Türk-Kültür-Verein vermieten (oder ein WIRKLICH original-südeuropäisches Restaurant darin betreiben).
Grüner verschnaufen.
In kurzen Arbeitspausen spart der Standby Modus am PC am effektivsten Energie. Für längere Pausen gibt es den Ruhezustand (kann man über „Energieoptionen“ in der Systemsteuerung aktivieren – dann verwandelt sich „Standby“ bei gedrückter Shift-Taste in „Ruhezustand“). Im Ruhezustand lässt sich der Rechner auch komplett vom Netz trennen und startet hinterher schneller als nach dem kompletten Runterfahren. Das verbraucht am meisten Energie und muss nur gelegentlich, z.B. nach Updates, passieren. Anders sieht es hingegen in einer Partnerschaft aus. Da ist das Runter- und Rauffahren (z.B. bei Fernbeziehungen) definitiv einem Ruhezustand und schon recht einer Standby-Beziehung vorzuziehen.
Surfe grün.
http://ecosia.org/ ist eine Suchmaschine, die 80% ihrer Gewinne zur Rettung des Regenwaldes einsetzt. Einfach im Browser als Startseite einrichten oder als Lesezeichen zur Lesezeichen-Symbolleiste hinzufügen, dann kann man die ganz unkompliziert immer zum Suchen verwenden. Wer noch grüner surfen will, muss zur Algenblüte an die Ostsee fahren.
Kühle effizient.
Kühlschränke arbeiten am effizientesten, wenn sie zu 70% gefüllt, auf eine Temperatur von 7° eingestellt, in einer kühlen Umgebung aufgestellt und mit der Kennzeichnung A++ versehen sind. Manchmal hilft es aber auch, die Lebensmittel einfach ins Ehebett zu stellen. Die Füße meiner Frau wurden bereits mit der Kühleffizienzklasse A+++++++++++++++ ausgezeichnet.
Kühle effizient (2).
Klimageräte in Wohnung oder Büro verbrauchen sehr viel Strom – bis zu 2500 Watt in der Stunde. Statistiken zufolge ist das der Suizid-Grund Nummer eins bei Ingenieuren!!! (…die konnten es einfach nicht ertragen, dass selbst das allerneueste Modell mehr verbraucht als das Allererste -> nachts Fenster auf und: Durchzug…)
Lüften fest im Griff.
Wer richtig lüftet, kann seine Heizkosten um bis zu 15% reduzieren, die Umwelt schonen und auch noch diese leckeren schwarz-schmierigen Flecken an der Wand vermeiden. Aber kennt ihr die Situation? Sie sitzt in Strickjacke und Wollsocken bei voll aufgerissener Heizung im Wohnzimmer – und friert. Da kommt er nach Hause, ruft entrüstet „Uh, ich ersticke!“ und reißt erst mal alle Fenster auf… GROßER Fehler!!! Doch es gibt ein Produkt, mit dem dieser Ehekrach Vergangenheit ist: Den Klimagriff (www.klimagriff.de)! Ein Fenstergriff, unbestechlich und völlig unparteiisch! Er zeigt an, wann und wie lange gelüftet werden und geheizt werden muss. Warum sich das Wahnsinnsteil noch nicht flächendeckend durchgesetzt hat? Könnte entweder am Wahnsinnspreis liegen (169 Euro) oder an einer Verschwörung des VDDE (Verband der deutschen Eheberater)…
Wechsel den Gasanbieter.
Polarstern (www.polarstern-energie.de) bietet Biogas zu 100% aus pflanzlichen Abfällen, verrottendem Klärschlamm und anderen Fäulnisgasen an. Ein Anbieterwechsel lohnt. Keine Vermaisung des Landes. Dafür jeden Tag Bohnensuppe für alle Polarstern-Mitarbeiter…
Spam-fäm(indern):
90 – 97% aller täglichen Mails sind Spam. Schrott. Werbung. Der Versuch, anderen Leuten eine digitale Erkältung in Form von Viren unterzujubeln. Ist einerseits natürlich super. Wo sonst hat Mann das Gefühl, dass alle Frauen dieser Welt grad total geil auf einen sind? Andererseits: Das Versenden, Empfangen und Filtern kostet 33 Milliarden Kilowattstunden Strom – also den Bedarf von acht Millionen deutschen Haushalten (per Mobilfunk ist das übrigens ca. 10x energieaufwendiger als per Festnetz). Allein diese Information zu ecosia-n (statt „googeln“: Ecosia, die Suchmaschine, die Bäume pflanzt) hat so viel Energie verbraucht, wie zwei Tassen Teewasser zu erhitzen. Und was kann man dagegen tun? Z.B. mal den Newsletter aussetzen. Ist schließlich auch Werbung. Manchmal Schrott. Der Versuch, Umweltschutz viral zu verbreiten. Und scharf auf euch bin ich ja sowieso – lechz…
Wechsel SOFORT den Stromanbieter.
Ökostromanbieter wie „naturstrom“ machen immer wieder Bonusaktionen. Neukunden erhalten dann oft eine 20-Euro-Gutschrift oder ähnliches (die naturstrom-Preise waren bei meiner letzten Recherche die Günstigsten der fünf echten Ökostromanbieter – aktueller Stand unter www.atomausstieg-selber-machen.de/). Der Wechsel geht fix und problemlos (www.naturstrom.de). UND: Ich krieg ´ne Vermittlungsprämie, wenn ihr meine Kundennummer eingebt: 2253704-1!!! Die schlechte Nachricht: Entgegen anderslautenden Gerüchten schafft es selbst „naturstrom“ nicht, nur Strom aus Zitterrochen, -Aalen, Blitzen und von Orientalischen Hornissen zu verwenden…
Werde Stromerzeuger:
Überall heißt es: „Elektroautos sind die Zukunft! Kauft, Leute, kauft!“ Seltener findet sich die Info: Um sämtliche Autos hierzulande elektrisch zu betrieben, müssen wir 25.000 neue Windräder aufstellen. Freunde der Zukunft sollten sich also unbedingt so ein Teil in den Garten stellen. Oder den Bach hinterm Haus für ein kleines Wasserkraftwerk aufstauen. Gerne darf auch der Vorgarten mit Solarpanels zugepflastert werden. Wer sich schon immer nach Morddrohungen vom Nachbarn sehnte, wird garantiert ein Erfolgserlebnis haben. Alle anderen weichen im Nahverkehr auf das wahre Zukunftsmobil aus: Eine sagenhafte Erfindung namens „Fahrrad“. Gibt´s jetzt übrigens auch elektrisch. Um dafür den Akku aufzuladen, reicht es aber vermutlich schon, sich abends eine Stunde lang beim Tatort gucken auf den Hometrainer zu setzen…

Ernährung:
Nimm erfolgreich ab.
Neues Jahr, neues Glück – wer will nicht das eine oder andere Kilo loswerden? Und das ist auch noch gut für die Umwelt! Jedes Jahr blasen wir ca. 40 Gigatonnen CO2 in die Atmosphäre. Da die Lebensmittelproduktion für 20% der weltweiten Treibhausgase verantwortlich ist, brauchen wir nur mal alle eine Woche zu fasten – schon haben wir gut 0,15 Gigatonnen CO2 eingespart. Wer der Umwelt richtig was Gutes tun will, isst einfach gar nichts mehr! (…die Weicheier unter uns können einen ähnlichen Effekt erzielen, indem sie dieses Jahr einfach mal weniger Essen in die Tonne kloppen)…
Iss Känguru.
Die Tierhaltung inklusive der für sie angebauten Futterpflanzen ist für 71 Prozent der Treibhausgasemissionen der deutschen Landwirtschaft verantwortlich. Am schlimmsten treibt es die Rinderhaltung. Kühe sind sozusagen die Jumbo-Jets der Tierwelt. Das liegt natürlich an dem heftigen Treibhausgas Methan, das sie unentwegt aus allen Körperöffnungen absondern. Die Lösung: Entweder sich vegan oder zumindest sehr Fleisch- und Milchprodukt-reduziert ernähren – oder Känguru-Fleisch essen. Die Beuteltiere gelten schließlich in Australien als Plage. Und sie furzen komplett methanfrei! Denkbar wäre mit der Kängur-Kuh auch eine Kreuzung beider Arten. Dann wüsste man endlich, wohin mit dem Melkgeschirr, während man das Euter reinigt…
Leitungsheimer und Kranburger.
Zum Glück haben wir Mineralwasser! Seit 1970 ist der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von 12,5 auf 143,5 Liter gestiegen – ältere Menschen wissen noch genau, wie schrecklich der Durst vorher war… Ach, Leitungswasser hat fast überall eine bessere Qualität und kostet nur ein Hundertstel davon? Muss nicht die Treppen hoch geschleppt werden und weist zudem eine viel bessere Umweltbilanz auf (allein der LKW-Transport von Fürst Bismarck und Co. erzeugt mehr CO2, als alle Nahrungsmittel-Lufttransporte nach Deutschland)? Warum kaufen wir den Quatsch denn dann? Weil wir Leistung zu schätzen wissen! Wie die Werbeindustrie DAS hingekriegt hat, ist einfach bewundernswert… Ähnlich sinnvolle Produkte, die mal beworben werden könnten: Wegwerfautos zum Einmalgebrauch. Gleitsichtbrillen für Hängebauchschweine – und RTL-Fernsehsendungen…
Sauer macht lustig.
Eine Folge von zu viel CO2 in der Luft ist die Ozean-Versauerung. Die Meere absorbieren das Klimagas, der PH-Wert sinkt, Stichlinge werden geschädigt, ganze Nahrungsketten sind in Gefahr. Aber jede schlechte Nachricht birgt ja auch eine gute in sich: Wer schon mal über Nacht ein Ei in Essig eingelegt hat, weiß was los ist! Hurra, Schluss mit dem lästigen Muschel-Geknacke beim Italiener. Bald können wir uns die Austern komplett in den Mund stecken. Was für ein lustiger Spaß. Da waren die Autofahrten zum Bäcker ja doch mal für was gut…

Finanzen:
Fahre fette Rendite ein.
Verzweifelt die Augen verdrehen, weil der Wert des Ersparten auf dem Festgeldkonto dahin schmilzt wie die Nachbarin beim Anblick von George Clooney? Fatalistisch mit den Schultern zucken, wenn Mario Draghi Europas Wirtschaft mit noch mehr und noch billigerem Geld in Schwung bringen will – und damit vor allen Dingen die Banken meint? Alle Kohle abheben und auf die Meisterschaft von Werder Bremen setzen (da gibt´s grad ´ne bombastische Wettquote)? Nein! Wer sich endlich aufrafft und etwas Zeit und Geld in effektive Energiesparmaßnahmen steckt (Tipps z.B. unter www.energiespartipps.de), kann eine Traumrendite erwirtschaften. So einen Zinsertrag, wie durch eine 50%ige Reduzierung der eigenen Energiekosten zu verdienen ist, hat nicht mal Prokon versprochen. Und das steuerfrei! Na, denn ma ran (im Gegensatz zu einem Prokon-Investment ist dieser Tipp ist übrigens narrensicher…).
Werde clever reich.
Baue Häuser mitten in die Pampa, wo es keinen Strom und keine Kanalisation gibt – und kassiere dafür bares Geld von allen Mietern der Republik! Schließlich bezahlen die privaten Stromkunden in Zukunft ja auch dafür, dass die Windparkbetreiber ihren Strom nicht verkaufen können – wenn die Netzbetreiber es nicht schaffen, die Offshore-Anlagen rechtzeitig ans Stromnetz anzuschließen.

Konsum:
Betreibe totales Hygiene-Recycling.
Jeder Deutsche verbraucht durchschnittlich 15 Kilogramm Hygienepapier im Jahr. Allerdings werden nur 55% der Taschentücher, Klopapiere und Servietten aus Altpapier hergestellt. Wer jemals eine öffentliche Toilette besucht hat, weiß: Der größte Teil davon landet als billige Hintern-, Hände- und Gesichtsschmirgler genau da. Die Privathaushalte zieren sich noch ein bisschen. Dabei ist der Wechsel dank fluffig-zarter, Umweltengel-zertifizierter Produkte mittlerweile so attraktiv wie nie zuvor. Wer sich trotz verheerender Umweltbilanz den Popo dennoch unbedingt weiter mit blütenweißen Urwaldkillern abwischen will, der könnte wenigstens danach totales Recycling betreiben – und die gebrauchten Blätter an den nächsten NPD-Kreisverband schicken. Die haben schließlich immer Bedarf an braunen Konzept-Papieren…
Blute ökologisch korrekt.
Tampons hinterlassen Textilfasern im Körper, enthalten ungesunde Bleichmittel, Parfüm – und können, wenn sie vollgesogen sind, zu Pilzinfektionen führen. Binden hinterlassen vor allen Dingen verstopfte Toiletten. Lösung: Die Menstruationstasse! Ein kleines, flexibles Gefäß aus Silikon, das frau sich selbst vaginal einführen und wieder herausnehmen kann. Das jahrelang nutzbar ist und im Laufe des Lebens bis zu 1100 Tampons spart. Für Männer, die jetzt neidisch sind und auch mal ökologisch korrekt bluten wollen, empfehlen wir recycelte Rasierklingen…
Jan Jahns praktische Einkaufsberatung.
– Bei Penny gibt es Recycling-Klopapier. Warum diese wenig weltbewegende Nachricht einen Umweg zum REWE-Discounter rechtfertigt? Weil die Werbetexter diesem unverzichtbaren Produkt einen umwerfenden Namen gegeben haben: Happy-End!!!!
– Dass es mittlerweile vegetarischen Brotbelag gibt, der sogar echte Fleischessergaumen überzeugen kann, ist keine besondere Neuigkeit (Jan Jahns Fave: „granoVita – Bauernschmaus“ – LECKER!). Dass aber sogar die Megaschlachter von Rügenwalder jetzt Wurst ohne Wurst anbieten, ist neu – und unterstützenswert. Selbst den mäkeligsten Kids in unserer Umgebung ließen sich die Produkte als Fleisch unterjubeln. Einziger Nachteil: Bei lebendigem Leibe gerupft, durch brühend heißes Wasser gezogen und enthauptet werden bei Rügenwalder auch die Sojabohnen…
Jan Jahns praktische Einkaufsberatung (Teil 2).
Überall wird erzählt, man soll der Umwelt zuliebe auf Plastiktüten verzichten. Und was passiert? Daheim stapeln sich die Stoffbeutel, Papiertüten und Mehrwegtaschen – weil sie zur Restmüllentsorgung verflixt ungeeignet sind (und man die eh nie dabei hat, wenn man spontan was einkaufen geht)… Deren Ökobilanz ist in Wirklichkeit auch gar nicht so toll. Angeblich kompostierbare Plastiktüten z.B. sind in der Herstellung viel schädlicher als ihre reinen Erdöl-Schwestern und vergammelt nicht mal wirklich, sondern zerfallen nur in unverrottbare Kleinstbestandteile. Papiertüten werden erst nach drei- bis viermaliger Nutzung ökologischer – aber mit Sicherheit schon vorher durch auslaufende Milch, zerquetschte Tomaten oder einen Regenguss unbrauchbar. Und Baumwoll-, Jute- oder Canvasbeutel brauchen in der Herstellung so viel Wasser, Energie und Fläche, dass man sie schon 25-30 Mal nutzen muss, bevor es Weltretter-Punkte gibt. Immerhin: Bei diesen großformatigen Mehrwegtaschen, die es jetzt überall zu kaufen gibt, reicht schon der dreimalige Gebrauch (aber versucht mal, ein paar von denen immer in der Hosen- oder Jackentasche dabei zu haben…). Wer also nicht Kängurus als Einkaufshilfe züchten will, holt sich: Beutel aus Polyester! Die können bis zu 10 Kilo tragen und halten jahrelang. Eine grandiose Nachricht übrigens für alle, die auch ihre Klamotten aufbewahren, bis sie wieder hipp werden: Die Disco-Hemdchen aus den 70ern lassen sich bestimmt prima umarbeiten…
Jan Jahns praktische Einkaufsberatung (Teil 3):
– Einkaufs-Papiertüten müssen vier Mal genutzt werden, um ökologisch sinnvoller zu sein als Plastiktüten. Macht das jemand? Die Henkel reißen doch spätestens nach dem zweiten Einkauf ab! Lösung: Die Teile als Hüte, kompostierbare Blumentöpfe oder Kotztüten weiterverwenden…
– Filterkaffee aus der Maschine hat beim Brühen von einer Tasse Kaffee eine schlechtere Energiebilanz als Kaffee aus der Kapsel-Maschine. Alu-Kapseln (die im Verpackungsmüll landen) sind besser recycelbar als Plastik-Kapseln. Und das umweltschädlichste an Kapselkaffee ist? Der Kaffee! Lösung: Abwarten – und Tee trinken…
– Der von der Verpackungsindustrie als ökologisch vorteilhaft eingestufte Tetra Pak kann nur zu 36% recycelt werden. Und der Karton besteht zu 100% aus Papier-Neufasern. Lösung: Mehrwegflaschen – oder aus den Tetra Paks tolle Portemonnaies upcyceln (www.familie.de/diy/anleitung-geldboerse-aus-tetrapak-basteln-539537.html) Andererseits: Wenn man das mit jedem benutzten Tetra Pak macht – wer zum Teufel braucht so unfassbar viele Geldbörsen…?
– Einwegglas ist umweltschädlicher als Dosen. Dafür sind Dosen innen mit Kunststoffen beschichtet, die das östrogenähnliche Bisphenol A an die Lebensmittel abgeben. Lösung: Weltretter, die keine Lust auf mehr Busen haben, kaufen lieber frisch auf dem Markt ein…
Kaufe Plastikflaschen.
Im Pazifik schwimmt ein Plastikmüll-Teppich in der Größe Mitteleuropas. Unter anderem, weil die beliebten PET-Flaschen eine Flaschenpost der unverwüstlichen Art darstellen. Es gibt Strände, da besteht der Sand zu 15% aus Plastikgranulat (sollte Pamela Andersen dort liegen, steigt der Kunststoffanteil auf 50%). Zum Glück gibt es das Dosenpfand! Zwar hat sich die Mehrwegquote seit 2004 auf weniger als 35 Prozent halbiert (die Plastik-Einwegflaschen sind so angenehm leicht), aber immerhin würde sich jetzt Ursula von der Leyens heimlicher Traum rentieren: Pazifik-Kreuzfahrten für Obdachlose und Harz 4 Empfänger! Die stören dann hier nicht mehr im Stadtbild (was für ein peinlicher Anblick, wenn die die Mülleimer durchsuchen). Stattdessen kriegt jeder von denen, statt des Einkaufswagen, für die Pfandflaschen: Ein Schlauchboot! Und die ganz hoffnungslosen Fälle? Eins mit Loch…
Lass den – Kaffee zum Geh´n – steh´n:
Unfassbare 2,8 Milliarden Coffee to go-Becher verbrauchen die Deutschen im Jahr. Macht 40.000 Tonnen Müll. Wofür? Damit wir uns am Pappbecher die Finger verbrennen. Und am Plastikdeckel den Mund. Aber nicht mal Masochisten kommen auf ihre Kosten: Die Wärmedämmfähigkeit dieses unwürdigen Behältnisses entspricht ungefähr der von Häusern aus den 60er Jahren. Besser: Doppelwandige Mehrwegbecher. Außen Kunststoff, innen Stahl. Bereits nach 40maligem Befüllen weisen die eine bessere Klimabilanz auf als ihre jämmerlichen Geschwister. Also beim durchschnittliche Kaffeetrinker nach ungefähr einer Woche. Nachteil: Man muss die reinigen. Lösung: Spüli direkt in den Kaffee tun – dann erinnert der Geschmack auch gleich an den lieb gewonnenen CTG von der Tanke…
Mehr unter: https://utopia.de/ratgeber/coffee-to-go-pappbecher-thermobecher
Mach keinen Fehlkauf beim Fellkauf.
Über 80% der Deutschen lehnen das Töten von Tieren für die Pelzproduktion ab. Aber in punkto Zierfellbesatz an Jacken und Mützen nehmen wir es damit zum Glück nicht so genau. Schließlich befreit das Häuten bei lebendigem Leibe die Tiere nur vom viel zu warmen Winterpelz. Und Karnickel vermehren sich ja eh wie die Katholiken. Um beim Kauf sicher zu gehen, dass auch wirklich ein paar eklige Füchse, Marderhunde oder Nerze dran glauben mussten: Echtpelz fühlt sich samtweich an und hat unter den langen Leithaaren ein flauschiges Unterfell. Beim billigen Kunstfell hingegen sind die rauen Fasern alle gleich lang. Wer das weiß, kann an kalten Tagen in der Fußgängerzone auch lustiges Charakterraten spielen…
Mach weniger Schrott.
430 Kilogramm Material müssen der Umwelt für die Herstellung eines einzigen Laptops entnommen werden. Jeder Deutschen produziert statistisch gesehen acht Kilo Elektroschrott im Jahr. Man redet uns ein, wir müssten jeden Technik-Trend mitmachen – dabei gibt es z.B. für Fernseher mit 5K-Bildschirmauflösung noch gar keine Programminhalte. Für alle, die die Geräte nicht als Frustkauf brauchen (um zu vergessen, auf was man alles verzichtet hat, um das Geld für deren Anschaffung zu verdienen), gibt es eine Möglichkeit, dem Marketing der Industrie ein Schnippchen zu schlagen: …(Moment, der ZX 81 lädt gerade den nächsten Programmteil von Kassette)…
Nutze Plastik bewusst.
Kosmetikartikel und Zahnpasten, bei denen Polyethylen auf der Inhaltsstoffliste steht, enthalten kleine Plastikteile als Schmirgelmaterial. Dieses Mikroplastik können die Kläranlagen leider nicht vollständig zurückhalten. Daran sammeln sich jede Menge Schadstoffe, die über Kleinstlebewesen in die Nahrungskette gelangen. Plastik enthält außerdem Weichmacher, die wie Hormone wirken. Diese haben z.B. bei einigen Wasserschneckenarten aus allen Weibchen Männchen gemacht. Man rätselt bis heute, warum die Arten ausgestorben sind – vermutlich weil viele Männchen auf engstem Raum dazu neigen, sich die Köpfe einzuschlagen. Zum Glück stellt die Industrie diese Produkte nicht wegen des billigen Materials her, sondern aus reiner Menschenliebe. Endlich ein frei verkäufliches Hilfsmittel zur Geschlechtsumwandlung! Aber Vorsicht, liebe Conchita, bevor du jetzt dein Duschgel trinkst: Es funktioniert offenbar nur in die andere Richtung…
Ö(ko) Tannenbaum, ö Tannenbaum:
Monokulturen, Pestizide, fieser Spezialdünger, Unkrautvernichtungsmittel, oft lange Transportwege: Die Umweltbilanz des Weinachtsbaums vom Höker an der Straßenecke liest sich ungefähr so erfreulich wie der Jahresbericht von Amnesty International. Trotzdem werden in Deutschland jedes Jahr über 25 Millionen davon verkauft – also von den Bäumen, nicht von den Jahresberichten. Plastiktannen sind eine prima Alternative – ungefähr so wie Domestos statt Leinsamen bei Verstopfung. Einen guter Start in ein umweltfreundlicheres Fest bringt hingegen schon mal ein Baum mit FSC- (nicht FCB-, liebe Fußballfans) Siegel. Noch besser: Echte Bio-Bäume, am besten vom ortsnahen Förster, der vor Weihnachten den Wald ausdünnt (endlich mal was, was zu Weihnachten dünner wird). Manchmal darf man die sich sogar selbst aus dem Wald holen. Ist doch toll!  Wo darf man das sonst noch – jemanden ungestraft schlagen? Alles zum Wer und Wo findet sich im Internet. Auf dass wir mit bestem Gewissen unterm Baum singen können: „Ö-ko logische, ö-ko seelige, Gaben bringende Weihnachtszeit…“
Plündert Altkleidercontainer:
Endlich werden wir die alten Klamotten, unabhängig von Marke, Qualität und Zustand, sinnvoll los: Pro abgegebener Tüte mit Stoff (Vorsicht: Gemeint sind nicht Drogen!) erhalten H&M Kunden einen Gutschein über 15% Nachlass auf einen neuen Artikel (mehr Infos dazu unter: www.hm.com/de/longlivefashion ). Natürlich ist das vor allem Greenwashing zur Verbesserung des eigenen Kinderarbeits- und Umweltsau-Images. Und soll uns dazu verführen, neues Zeug zu kaufen. Aber was für eine Chance! Mistet eure Kleiderschränke aus. Räumt alle Kleidercontainer in der Umgebung leer (vor allem die kommerziellen). Die H&M – Filialen sollen überquellen vor Alt-Klamotten – dann kommt keiner mehr zum Kaufen rein! Und mit den Gutscheinen kaufen wir einen der immerhin 49 (von 1290) Artikel, die auf der H&M Seite als „nachhaltig“ aufgeführt werden. Wöge die (Verbraucher-) Macht mit uns sein!
Rotz´n Roll:
Wenn der Sitznachbar in Bus und Bahn ein Rotz ´n Roll Konzert zum Besten gibt, fühlt sich die eigene Nase mit Sicherheit inspiriert, demnächst mit zu tröten. Das ist DIE Gelegenheit, auf Stofftaschentücher umzusteigen. Neu kaufen wäre jedoch Kokolores. Konventioneller Baumwollanbau hat ungefähr die Ökobilanz einer Hiroshima-Bombe. Omas und Opas Erbmasse birgt bestimmt noch haufenweise Schnodderlappen. Oder aber: Das alte Brautkleid in praktische Quadrate zerschnippeln. Nach dem Schnauben dann einfach ab damit in die Wäsche. Oder in der Hosentasche trocknen lassen – und immer wieder verwenden. Stärkt das Immunsystem! Sowie, durch die zunehmend brettartige Struktur, auch die Haut rund um die Nase. Am gesündesten und ökologischsten ist allerdings, ohne Scheiß: Hochziehen und ausspucken. Chinaurlauber berichten, dass dieser Teil der traditionellen chinesischen Medizin dort noch rege praktiziert wird…
Sinnvoll schenken.
Geschenke im Wert von über 700 Millionen Euro landen hierzulande nach Weihnachten direkt in der Tonne. Oder werden beiseite gelegt – um damit beim nächsten Wichteln die lieben Kollegen zu erfreuen. Aber ganz auf das Schenken von unnützem Schnickschnack verzichten? Ist keine Lösung – die Weihnachtsmarkt-Betreiber müssen schließlich auch von was leben. Damit die Ressourcen nicht ganz umsonst verbraucht wurden, gibt es allerdings überall Aktionen, Flüchtlingskindern Weihnachtspakete zu packen (einfach mal nachgoogeln). Wer wenig mehr als die nackte Haut aus seinem Heimatland retten konnte, wird sich ja wohl über eine Weinflaschenhalterung fürs Fahrrad, 12 rosa Kerzen mit Lavendelgeruch und den Glatzenkamm freuen…
Sinnvoll Geschenke loswerden.
Weihnachten ist passé – und vermutlich doch einiges wieder auf dem Gabentisch gelandet, das bei wem anders in besseren Händen wäre. Für alle, denen Wegschmeißen zu unökologisch und Flohmarkt zu mühsam ist, gibt´s im Internet Tauschbörsen:
www.hitflip.de – für Filme, Hörbücher, Musik, Spiele, Bücher
www.kleiderkreisel.de – für Kleidung, Schmuck, Schuhe
www.game-change.de – für Videospiele und
www.swapy.de – für eigentlich alles.
Marktlücken sind noch: Eine Tauschbörse für unfähige Regierungen (fragt sich allerdings, wer seine dagegen eintauscht). Für Lebens- und/oder Sexualpartner (Lothar Matthäus gibt Wagniskapital). Und, ganz wichtig, fürs Wetter (Eritrea hat schon in Hamburg wegen Regen gegen Sonnenschein angefragt).
Tor frei für torffrei.
Moore bedecken nur drei Prozent der Landmasse, speichern aber 30% des im Boden fixierten Kohlenstoffs (das entspricht 40-60% des gesamten CO2-Gehalts unserer Atmosphäre). Wird ein Moor trocken gelegt, ist das ein bisschen so, als würde der Riese Atlas richtig feist einen fahren lassen. Insofern macht es Sinn, neue Blumenerde nur „torffrei“ zu kaufen und die alte zur Wiederverwertung im nächsten Jahr aufzubewahren. Weniger sinnvoll ist es, die Balkon-Geranien dauerhaft unter Wasser zu setzen – auch wenn die Renaturierung von Mooren zu einer der günstigsten und wirksamsten Klimaschutzmaßnahmen überhaupt zählt.
Verhülle individuell.
100.000 Tonnen Verpackungsmüll fallen bei uns jedes Jahr zu Weihnachten an. Dabei stört das Zeug doch nur auf dem Weg zum Geschenk! Aber natürlich, wir brauchen die Vorfreude – bevor dann Socken, Schlipse oder die neue Spülschürze freigelegt werden. Wäre es nicht sinnvoll, die Sachen mit Papier zu verhüllen, das sowieso im Müll landet? Z.B. Angela Merkels neues, abhörsicheres Handy – mit dem Koalitionsvertrag. Christian Wulffs Filzpantoffeln – mit Seiten aus der Gala. Oder, noch besser, mit welchen aus Bettinas Buch. Uli Hoeneß´ Deutschland-Trikot – mit der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft München. Und Rainer Calmunds Gürtel – mit der Brigitte-Diät aus Heft 6/13. Ihr seht, eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Verkehr:
Fahre Bus:
Ex-Umweltminister Gabriel, als Wirtschaftsminister zum ranghöchsten Lobbyisten der Automobilindustrie aufgestiegen, hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass der Erwerb von Elektroautos aus Steuermitteln subventioniert wird. Wer nun über den Kauf eines E-Mobils nachdenkt: Die Produktion von Elektroautos verursacht (wegen der Akkus) 60% mehr CO2 Emissionen als die konventioneller PKW. Weil gut die Hälfte des deutschen Stroms aus Kohlekraftwerken stammt, muss ein E-Auto etwa 100.000 Kilometer fahren, um diesen Nachteil auszugleichen. Leider sind dann aber auch schon bald wieder neue Akkus fällig… Wer die Umwelt schonen und partout nicht auf Öffis und Fahrrad umsteigen will, kauft sich also: Einen Elektrobus! Denn, so stand es in der Zeitung: Zehntausend Elektrobusse sparen genauso viel CO2 ein wie eine Millionen E-Autos…
Fahre Leopard II.
Bei der neuen Energieeffizienzauszeichnung der Autos wird das Gewicht im Verhältnis zum CO2-Ausstoß berücksichtigt. Der Leopard II steht dabei auf einer Stufe mit dem VW-Golf. Der Golf verbraucht zwar keine 500 Liter Diesel auf 100 Kilometer, dafür kann man damit aber auch nicht jederzeit Staus um- bzw. überfahren – und auch keine nervigen Radler aus dem Weg schießen.
Kauf ´ne Bahncard.
Die Bahn hat stolz verkündet: „Ab April 2013 reisen BahnCard- und Streckenzeitkarten-Inhaber im Fernverkehr zu 100% mit Strom aus erneuerbaren Energien!“ Natürlich ist das Greenwashing. Da wird sich ein Ökogewand angedichtet, wo keins ist. Setzt sich die Bahn nicht vehement für Kohlekraftwerke ein? Liegt nicht der Ökoanteil am Bahnstrommix kaum über dem Bundesschnitt? Und kommt der „Ökostrom“ nicht vor allen Dingen aus alten Wasserkraftwerken des Braunkohle-Verstromers RWE? Macht nix! Die DB hat sich uns ausgeliefert!!! Wenn sich jetzt alle eine BahnCard holen (die BC 25 ist ziemlich günstig), dann muss der größte Stromverbraucher Deutschlands auf 100% Ökostrom umstellen. Und zwar sofort – nicht, wie geplant, erst 2050. Endlich haben wir mal echte Verbrauchermacht!
Kaufe Oldtimer.
Es stimmt, dass Ford in den 50er Jahren eine Fahrzeugstudie namens „Ford Nucleon“ entworfen hat. Mit Platz für einen Mini-Reaktor und 8000 Kilometern Reichweite. Wer den Prototyp beim Autohöker stehen sieht, sollte ihn sich unbedingt holen. Keine Zornesfalten mehr wegen dreister Ölmultis. Und gratis Parkplätze gibt es in der Tiefgarage „Gorleben“. Nicht wahr ist hingegen, dass Toyota jetzt das Modell „Fukushima“ auf den Markt bringen will. Mit Tsunami Wisch-Wasch-Anlage, Meerwassereinspritzung und Stoßdämpfern gegen Erdbebenstärke acht. Leider hielten letztere den deutschen Schlaglöchern nicht stand. Schade, keine TÜV-Zulassung. Müssen wir heimlichen Atomfreunde uns doch an die Oldtimer halten.
Komm! Pensier mal.

Muss man noch drauf hinweisen? Fliegen ist für die Umwelt so gut wie ein Glas Schnaps – für Jenny Elvers. Wer ein Mal nach Australien und zurück geflogen ist, müsste für ca. 500 Jahre das Atmen einstellen, um auf eine ausgewogene CO2-Bilanz zu kommen. Doch manche Flugreisen lassen sich halt nicht vermeiden. Z.B. von Memmingen im Allgäu nach Frankfurt/Main (die Linie gibt es echt!). Zwar entsteht bei der Shoppingtour durch Kerosinverbrennung, Kondensstreifen, Ozonbildung und ähnliche Effekte eine Klimabelastung von umgerechnet 130 kg CO2. Doch spart man im Vergleich zur dreieinhalbstündigen Fahrt mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln bestimmt 20 Minuten. Zum Glück gibt´s www.atmosfair.de. Atmosfair finanziert Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern, wo sich fürs gleiche Geld mehr CO2 einsparen lässt als bei uns. Aber, verflixt, was ist das? Die Kompensation kostet 9 Euro? Nach Australien sogar 82? Vergesst den Tipp…
Mach den Bus voll.

Klar, den Reisebusfahrern fehlen oft die zeitlichen und logistischen Kapazitäten, umunterwegs die Bordtoilette leeren zu können. Es sind ja schon welche dabei erwischt worden, die den Gülletank einfach im nächsten Naturschutzgebiet abgelassen haben. Um die Alternative, die sich aus der Überschrift ergeben könnte, geht es hier aber nicht… Sondern: Vollbesetzte Busse glänzen mit der besten Umweltbilanz aller Verkehrsmittel –  schwach besetzte schneiden hingegen am schlechtesten ab. Logisches Fazit: Kaufe für die armen Obdachlosen, die im Winter frierend am Busbahnhof übernachten, gleich ein paar Tickets mit! Im Bus ist es wenigstens warm. Und wenn die aus unerfindlichen Gründen gar nicht nach Buxtehude, Reit im Winkel, Bautzen oder Saarluis wollen? Ein bisschen Einsatz für die Umwelt kann ja wohl von jedem erwarten werden: Bei Amazon gibt es den „Elektroschocker Power 500.000 Volt mit integriertem Pfefferspray“…

Dazu passend, ganz satirefrei, hier noch einen Grund für alle Radfahrer, dem ADFC (www.adfc.de) beizutreten (neben u.a. der politischen Interessenvertretung, der Verkehrsrechtschutzversicherung, den Radtouren und, jetzt neu, dem Pannendienst): ‚Mein Fernbus’ transportiert zwischen März und November die Fahrräder von ADFC-Mitgliedern kostenlos!