Jan Jahn, geboren 1970 in Berlin, tut eigentlich am liebsten immer das, was man grad nicht von ihm erwartet. Nach dem Abi studieren? Nix da! Er macht eine Zimmermannslehre und geht für dreieinhalb Jahre auf die Walz.

Meisterbrief dranhängen? Och nö. Er sattelt komplett auf Musiker um. Okay, keine völlig spinnerte Idee. Immerhin brachte es seine Band „Jin & Jan“ zu diversen Radioauftritten beim NDR, zum Gewinn des Song-Live Contest sowie einer von der deutschen Botschaft unterstützten Japan-Tour.

Doch als ihm jemand vorschlug, er könne seine Erfahrungen auf der Walz als singender Zimmermann verwerten, war die Idee für einen neuerlichen Richtungswechsel geboren. Nicht hin zum Musikantenstadl, Gott bewahre, aber auf die Kleinkunstbühnen der Republik.

In seinen zwei Programmen über die Gesellenwanderschaft, im ersten reinen Umweltkabarett der Republik oder aktuell in „Ja!“: Immer lotet Jan Jahn die Möglichkeiten aus, ob das Kabarett-Genre nicht auch irgendwie anders geht. Z.B. mit positiver Grundaussage. Mit konkreten Vorschlägen, wie man die Welt besser machen könnte anstelle des ewigen Gemeckers. Oder auch einfach mit Musik, die mehr groovt und rockt als das, was man sonst im Musikkabarett zu hören bekommt.

Und da Jan Jahn es genießt, auf Bemerkungen aus dem Publikum spontan einzugehen, kann auch bei seinen Auftritten jederzeit das Unerwartete passieren. Wobei: Das ist ja endlich mal ein Punkt, in dem er die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt.