War schön, mal wieder das Walz-Galaprogramm zu spielen, letzten Samstag bei einer Hochzeit in Frankenberg (Eder). Ich hatte den Bräutigam bei einer Feier des Verbandes der Hessischen Zimmerermeister kennen gelernt, und da er selbst aus einer Zimmererdynastie stammt, meinte er: “Wenn ich mal heirate, will ich dich dabei haben!”. Schön, dass das geklappt hat.

Allerdings hat mich die Bahn echt schier zur Verzweiflung gebracht. Schon bei der Abfahrt in Hamburg kam erst wieder mit der Einfahrt des Zuges die Nachricht, dass die Wagenfolge umgekehrt ist (nee, nicht mal das – sondern nur, dass die Wagen der ersten Klasse sich nun am Ende des Zuges befinden). D.h. ich musste mich mit meiner Sackkarre bis zum anderen Ende des Bahnsteigs durchkämpfen, denn dort war mit dem Fahrradabteil des ICs der einzige Wagen, durch dessen Tür ich mit der Karre durchpasse. Als ich den Zugbegleiter darauf ansprach, warum so was immer und immer wieder vorkommt, obwohl das ja schon seit Jahren ein massiver Kritikpunkt an der Bahn ist, meinte er: “Na ja, wenn man das Bahnhofspersonal nur zwei Tage ausbildet und komplett unfähige Leute da anstellt, dann darf man sich nicht wundern.” Und wenn so was schon aus dem Mund eines Bahnmitarbeiters kommt, ist die Realität vermutlich noch viel schlimmer.

Ähnliches Trauerspiel auf der Rückfahrt beim Umsteigen in Kassel. Ich hatte eine halbe Stunde Aufenthalt. Kurz bevor der Zug kommen sollte, kam die Durchsage: Er hat 35 Minuten Verspätung. Kurz bevor er DANN kommen sollte: 55 Minuten. Dann: über 60 Minuten Verspätung. Und ich erfuhr später, dass er die schon seit WÜRZBURG hatte!!! Erinnert mich ein bisschen an die Salamitaktik von BP bei der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Es wird nur zugegeben, was partout nicht mehr zu vertuschen ist. Dabei hätten die ja mal die Bahnhofswirtschaft ankurbeln können, wenn sie durch ihre merkwürdige Informationspolitik nicht erfolgreich verhindert hätten, dass die wartenden Fahrgäste mal eben was trinken gegangen wären. Im Endeffekt war ich dann über zwei Stunden zu spät in Hamburg. Herr Grube, wenn sie selbst ihre treuesten Kunden vergraulen wollen, sind Sie auf dem besten Weg!