Dass in Sachen Weltrettung was passieren muss, sollte spätestens nach diesem Hitze/Dürre Sommer eigentlich jedem klar sein. Und auch wenn es natürlich angenehm ist, wie gestern Abend noch um 23.00 Uhr in kurzen Hosen und T-Shirt draußen zu sitzen – normal ist das Mitte Oktober definitiv nicht. Eigentlich müsste ich also pausenlos mit dem Weltretter-Programm touren. Hm, klappt nicht so. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit eigener Aktivitäten in Sachen Umweltschutz hält sich deutschlandweit immer noch stark in Grenzen. Schön, dass immerhin manche Städte wie Verl (bei Gütersloh) Klimaschutzwochen veranstalten, um ein bisschen Aufmerksamkeit für die Thematik zu schaffen.

Allerdings war schon die Anreise eine echte Herausforderung. Denn kaum hatte ich mein Gepäck in Hamburg in den IC gewuchtet, kam eine Durchsage, der Zug halte nicht in Hannover Hbf (wo ich umsteigen musste). Ich also im Eiltempo all das Gepäck wieder raus befördert, weil kurz danach noch ein ICE fuhr. Doch: Der hielt auch nicht in Hannover – Bauarbeiten. Na toll, den Anschlusszug konnte ich also vergessen. Und: Die Schaffnerin bestand darauf, dass ich aus Sicherheitsgründen mein ganzes Zeug aus dem Flur ins Gepäckfach verfrachten müsse (das sich mitten im Wagen befand). Also wieder schleppen.

Und Stress, weil ich dem Klimaschutzmanager von Verl irgendwie Bescheid sagen musste, dass ich eine Stunde später kam. Leider hatte ich von dem keine Handynummer – und das WLAN im ICE war so unfassbar lahm, dass es mir bis Celle nicht mal gelang, über GMX eine Mail zu schicken (das war mal eine der seltenen Gelegenheiten, an denen ich mir wünschte, ein Smartphone am Start zu haben – obwohl auch das mit dem Empfang zwischen Hamburg und Hannover so eine Sache ist). Hat dann zum Glück doch noch geklappt mit dem Bescheidsagen.

In Celle Umsteigen in den Metronom. Also wieder Gepäck raus aus dem Wagen, auf den Bahnsteig, rein in den Metronom (das Fahrradabteil war natürlich am anderen Ende des Zuges, also: Treppen hoch). Und in Hannover wieder alles einzeln in den IC nach Gütersloh rein, weil die Tür zu schmal für die Sackkarre war. Und in Gütersloh raus. Also, mein sportliches Pensum für den Tag hatte ich eigentlich schon vor meinem Auftritt absolviert..

Der dann im Schulzentrum von Verl stattfand. Das Konzert war eine runde Sache. Nach vielen Gala-Auftritten endlich mal wieder das Weltretter-Programm komplett. Platzte zuschauermäßig nicht unbedingt aus allen Nähten – aber das war auch nicht zu erwarten (siehe oben). Doch die, die da waren, hatten ihren Spaß. Und dafür, dass die Westfalen jetzt nicht unbedingt als die Feierbiester der Nation bekannt sind, könnte man die Stimmung schon fast als ausgelassen bezeichnen 🙂

Auf dem Bild sieht man übrigens ein weiteres Beispiel aus der unendlichen Serie: Wie bastele ich mir in einem eigentlich eher sterilen Raum eine kuschelige Kleinkunstbühne…