Gestern habe ich im Theater Leidinger in Saarbrücken meinen eigenen Besucher-Rekord beim dritten Gastspiel auf der dortigen Bühne aufgestellt. Und auch da hat´s allen, inklusive mir, richtig gut gefallen.

Eine kleine Anekdote bleibt im Gedächtnis hängen: Nachdem ich schon bei “Rockin´ all over die Walz” im Leidinger offenbar so in die Klaviertasten gehauen hatte, dass eine Saite riss, fing nun auch diesmal eine Saite ganz fürchterlich zu schnarren an. In der Pause haben wir extra nachgeschaut, woran das liegen könnte. Doch, oh Wunder, die schnarrende Saite war mitnichten gerissen. Und eine Ursache des Defekts nicht auffindbar.

Also musste ich im weiteren Verlauf des Konzertes versuchen, die besagte Saite möglichst zu vermeiden. Allerdings fiel mir im Laufe der zweiten Hälfte dann auch noch mein Gitarren-Kapodaster (ein kleines mechanisches Gerät, mit dem man die Saiten abklemmen kann) in den geöffneten Klavierkasten. Doch, nächstes Wunder, das Klavier ließ sich trotzdem bespielen.

Als ich versuchte, nach der Veranstaltung den Kapodaster wieder rauszuholen, war er spurlos verschwunden. Wir haben echt das halbe Klavier demontiert, u.a. die komplette Abdeckung im unteren Bereich, falls der Kapodaster bis unten durchgerutscht sein sollte. Doch auch dort keine Spur davon. Stattdessen fanden wir die Ursache des Schnarrens: Dem Klavierbauer war beim letzten Stimmen oder Reparieren offenbar eine Saite in den Resonanzraum gerutscht – und er hatte es nicht für nötig befunden, nach ihr zu suchen. Die berührte nun genau jene eine Saite und schnarrte fröhlich mit. Da soll man mal drauf kommen!

Der Kapodaster fand sich übrigens nach langem Suchen auch noch: Er hatte sich an der überhaupt einzig möglichen Stelle bei den Klavierklöppeln verhakt, wo er für das Betrachterauge unsichtbar war und die Mechanik nicht störte – unglaublich…