Am Freitag fand in Lübeck ein so genanntes Schülerparlament statt. Also eine Veranstaltung, bei der Lübecker Schüler sich über die Europawahl und die zur Wahl stehenden Parteien schlau machen konnten. Einerseits bei einer Podiumsdiskussion im Rathaus, andererseits dann auf dem Rathausmarkt bei Infoständen der Parteien. Also, wie ich finde, eine prima Idee, um die Wichtigkeit der Europawahl näher zu bringen. Wobei ich mir im Voraus beim Namen Schülerparlament ehrlich gesagt mehr aktive Mitwirkung vorgestellt hätte, als sie das tatsächliche Programm hergab.

Die ÖDP (Ökologisch Demokratische Partei) hatte mich angefragt, ob ich dazu ein bisschen Entertainment liefern könnte. Mach ich doch gern. Denn auch wenn ich mich nicht vor Parteikarren spannen lassen will: Ich finde es wichtig, dass es Parteien gibt, die sich für Nachhaltigkeit und Ressourcen schonendes Wirtschaften einsetzen (und somit ja tatsächlich für die Zukunft der nächsten Generationen). Aber die Niederungen des Straßenwahlkampfes kannte ich da noch nicht.

Offensichtlich war die nahe Einkaufsstraße wesentlich attraktiver als Infos über die Europawahl. Und auch die wenigen Schüler, die sich tatsächlich nach der Podiumsdiskussion an die Stände der Parteien verirrten, taten das ganz offensichtlich mehr aus einem Auftrag ihrer Lehrer heraus, denn aus Interesse. Für mich auch immer wieder unfassbar, was für eine Abneigung manche Teenager gegenüber Umweltthemen haben. O-Ton von einem: “Umwelt? Interessiert mich nicht. Ich will in der Wirtschaft Karriere machen. Und da die Firmen dauerhaft Profit machen wollen, müssen sie ja schon aus Selbstinteresse auf die Umwelt achten.”. Wow, ein echter Checker. Ich empfehle einen Job wahlweise bei Tepco, BP oder der Deutschen Bank… Ganz ehrlich? Da war ich mit meinem Programm so fehl am Platze wie Senf auf ´ner Sahnetorte…