Am Samstag dann der nächste Auftritt, im Haus des Gastes in Graal-Müritz. Ein wunderschöner Auftrittsort, direkt an der Ostsee – mit nur einem klitzekleinen Nachteil: Die haben kein Klavier da. Da ich aber nun mal am Allerliebsten mit der Bahn anreise (weil es viel angenehmer, günstiger und natürlich auch umweltschonender ist), wurde das Gastspiel zu einem Familienausflug umfunktioniert (wobei die Familie das E-Piano in seiner Tasche hinter sich her rollen und ziehen musste…).

Soweit so gut – wenn eben jene Familie nicht am Hamburger Hauptbahnhof noch unbedingt 5 Minuten vor Abfahrt des Zuges etwas zu Trinken hätte kaufen wollen. Na ja, kein Problem, dachte ich, holte noch zwei Brötchen für die Fahrt, schob meine Sackkarre zum Bahnsteig, wo der Zug schon abfahrbereit stand – aber leider nicht meine Familie. Ich ging zum Schaffner, startete derweil mein Handy – aber da war es dann schon eine Minute vor Abfahrt. Endlich, die Familie erschien. Die hatten am falschen Bahnsteig gestanden (wo der Regionalzug fuhr, nicht aber unser ICE). Musste allerdings noch die Rolltreppe runter. Interessierte den Schaffner nicht: “Na, dann können Sie ja den nächsten Zug nehmen.” Eingestiegen, abgefahren. In Metern: 10, in Sekunden 20 (mit Einladen). So was nennt man Kundenfreundlichkeit.

Okay – mit dem nächsten Zug wären wir erst kurz vor Auftrittsbeginn angekommen. Also, was tun? Hin zu Sixt und einen VW-Passat übers Wochenende gemietet (in den das Gepack grad mal so reinpasste). Und mit dem Auto zur Ostsee gegurkt (laaaangweilig – und auch noch mies für die Umwelt). Dafür waren wir aber pünktlich da.

Der Auftritt selbst war dann super-duper. Ich habe schon öfter die Erfahrung gemacht, dass es im Osten manchmal schwierig ist, das Publikum zum Mitmachen zu bewegen. Nicht so an diesem Abend. Von Anfang an war da eine Bombenstimmung (okay, ein älteres Paar ist in der Mitte der ersten Hälfte gegangen, weil sie offenbar nichts damit anfangen konnten). Beweisfoto:

Und dann gibt es auch noch extra für die Künstler eine Ferienwohnung im Ort (in der im Sommer die DLRG-Rettungsschwimmer wohnen). Im Dachgeschoss. Davor: Der Passat.

Und so haben wir dann den Sonntag noch für einen ausgedehnten Strandspaziergang genutzt. Also, ein echt denkwürdiges Tour-Wochenende – bei dem leider die Hälfte der Gage für Automiete und Sprit draufgegangen ist (zumal die Super-Sparpreise der Bahn sich auch nicht mehr stornieren ließen).